Weiterbildung mit Grips (c) fotolia

In Deutschland herrscht Ärztemangel.
Das ist nichts Neues.

Gerade auf dem Land kämpfen viele Kliniken um jeden Arzt und müssen oft auf Leihärzte zurückgreifen, die viel Geld kosten. Dass bis vor ein paar Jahren die Situation jedoch umgekehrt war, d.h. die Krankenhäuser sich dank Ärzteüberschusses die Rosinen aus dem Kuchen picken konnten, sieht man an den oft schlechten bis gar nicht vorhandenen Weiterbildungskonzepten und vielerorts mitarbeiterfeindlichen Strukturen in Krankenhäusern. Unnahbare Chefärzte, deren Hauptaugenmerk der Jahresbilanz gilt, fehlende Supervision, einsame Kämpfe durch einen schlecht organisierten Stationsablauf – das sind die Stichworte, die uns dabei einfallen.

Doch seit Kurzem zeigt sich, dass ein Umdenken stattfindet.

Die Klinken und Chefärzte haben gemerkt, dass junge Ärzte nicht mehr vom Himmel fallen. Der Ärztemangel macht sich in allen Disziplinen und Klinikarten – Universitätskliniken eingeschlossen – bemerkbar, sodass nun von Arbeitgeberseite aus Kreativität gefragt ist, um unter den Kliniken hervorzustechen und sich für eine anspruchsvolle und auf ihre individuelle Freiheit – sowohl im Beruf als auch privat – bedachte Generation von jungen Ärzten attraktiv zu machen.

Kennt Ihr auch eine neurologische Klinik, die sich auf außergewöhnliche Weise für die Weiterbildung ihrer Ärzte einsetzt und/oder besonders gute, kreative und innovative Ideen für Weiterbildungskonzepte hat? Dann schreibt an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Prof. Dr. Gahn (c) Städtisches Klinikum Karlsruhe

„Eine andere Art der Medizin“

6. Februar 2015 – Zur Facharztweiterbildung gehört auch die Erstellung von Gutachten – ein Aspekt, der häufig nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen angehender Neurologinnen und Neurologen gehört. Dabei bietet dieses Feld vielfältige Themen und attraktive Weiterbildungsmöglichkeiten. Die Jungen Neurologen sprachen darüber mit Prof. Dr. Georg Gahn, dem Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für neurowissenschaftliche Begutachtung (DGNB).

Spacecurl in der Rehaklinik Bad Aibling (c) Rehaklinik Bad Aibling

Neurorehabilitation: die Entdeckung der Langsamkeit

2. Februar 2014 – Oft reißen Erkrankungen den Betroffenen binnen einer Sekunde aus dem Leben. Die Öffentlichkeit blickt dann auf die spektakulären Erfolge der akutmedizinischen Therapie, die natürlich auch den ärztlichen Nachwuchs fasziniert. Die Folge: Ein Großteil der Berufsanfänger entscheidet sich zunächst für eine Stelle in der Akutmedizin. Doch die Neurologie endet nicht mit der Akutversorgung. In vielen Fällen schließen sich Rehabilitationsmaßnahmen an, die zwar viel Zeit benötigen, aber ein intensiveres Arzt-Patient-Verhältnis ermöglichen. Und auch in neurologischen Rehabilitationseinrichtungen bieten sich vielfältige Arbeits- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Die Jungen Neurologen sprachen mit Prof. Dr. med. Eberhard Koenig,  ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Neurorehabilitation und bis Ende 2013 Chefarzt der neurologischen Klinik in Bad Aibling.

Prof. Dr. Johannes Treib

Neurologie kompakt – mit einer Fortbildungsakademie an der Côte d’Azur

1. Herr Prof. Treib, wodurch zeichnet sich Ihre Klinik im Vergleich zu anderen aus?

Wir sind eine der größten Akutneurologien deutschlandweit mit 98 Akutbetten, einer überregionalen Stroke Unit mit mehr als 18 Betten und über 1500 Schlaganfallpatienten pro Jahr. Zusätzlich beherbergt unsere Klinik eine Neurogeriatrie – in Rheinland Pfalz die einzige! – eine Epileptologie mit Monitoringplätzen und schließlich befindet sich noch eine eigenständige neurologische Intensivstation im Aufbau.

Dr. Martin Wolz

Im Elblandklinikum Meißen die interdisziplinäre Intensivstation neurologisch betreuen

1. Herr Dr. Wolz, wodurch zeichnet sich Ihre Klinik im Vergleich zu anderen aus?

Unsere Klinik für Neurologie wurde erst im Jahr 2011 gegründet. Sie versorgt ein bislang von der Krankenhausversorgung neurologisch nicht abgedecktes Gebiet mit mehr als 250.000 Einwohnern. Dies bietet zwei große Chancen: Zum einen können und sollen unsere Mitarbeiter beim Aufbau der Klinik mitwirken und sich kreativ einbringen. Wir brauchen und fördern neue Ideen und Innovationen, um eine mitarbeiterfreundliche Klinik mit flachen Hierarchien und Teamdenken gemeinsam aufzubauen. Dem kommt entgegen, dass bei uns zwischen allen Mitarbeitern ein sehr geringer Altersunterschied besteht: Die Spanne von Assistenz- über Ober- bis Chefarzt reicht gerade mal von 25 bis 37 Jahren.

Prof. Dr. med. Reinhard Kiefer

Effektiv zum Facharzt mit festem Rotationssystem
Diakoniekrankenhaus Rotenburg (Wümme)

1. Herr Professor Kiefer, wodurch zeichnet sich Ihre Klinik im Vergleich zu anderen aus?

Das Diakoniekrankenhaus ist ein Maximalversorger auf dem Lande, in einer Region, die hervorragend urban angebunden ist. Unsere Mitarbeiter profitieren von der Nähe der Weltstädte Hamburg (40 Minuten Zugfahrt) und Bremen (20 Minuten) und haben gleichzeitig die einzigartigen Vorteile der umfassenden ambulanten und stationären Patientenversorgung mit einem sehr breiten Krankheitsspektrum. Durch das sehr große Einzugsgebiet unseres Hauses als auch durch die Einbindung des ambulanten Sektors in unserem medizinischen Versorgungszentrum kommen Patienten mit einfach allen neurologischen Krankheitsbildern, die es so gibt, zu uns, darunter auch sehr seltene.

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