Prof. Dr. med. Reinhard Kiefer

Effektiv zum Facharzt mit festem Rotationssystem
Diakoniekrankenhaus Rotenburg (Wümme)

1. Herr Professor Kiefer, wodurch zeichnet sich Ihre Klinik im Vergleich zu anderen aus?

Das Diakoniekrankenhaus ist ein Maximalversorger auf dem Lande, in einer Region, die hervorragend urban angebunden ist. Unsere Mitarbeiter profitieren von der Nähe der Weltstädte Hamburg (40 Minuten Zugfahrt) und Bremen (20 Minuten) und haben gleichzeitig die einzigartigen Vorteile der umfassenden ambulanten und stationären Patientenversorgung mit einem sehr breiten Krankheitsspektrum. Durch das sehr große Einzugsgebiet unseres Hauses als auch durch die Einbindung des ambulanten Sektors in unserem medizinischen Versorgungszentrum kommen Patienten mit einfach allen neurologischen Krankheitsbildern, die es so gibt, zu uns, darunter auch sehr seltene.


In den Städten sind die Kliniken durch eine große Krankenhausdichte oft auf einzelne Teilgebiete hoch spezialisiert und haben meist keine ambulanten Angebote, die für Weiterbildungsassistenten und -assistentinnen offen stehen. Dies ist bei uns anders: Die Praxis ist fest in unser Weiterbildungskonzept integriert.

Unser innovatives Versorgungskonzept zahlt sich aus: Unsere Patienten werden aus einer Hand ambulant und stationär umfassend versorgt. Das Spektrum reicht von einer allgemeinen neurologischen Sprechstunde über Spezialsprechstunden (Epilepsie-, Multiple-Sklerose-, neuromuskuläre Sprechstunde…) bis zur neurologischen Intensivmedizin, unserer großen überregionalen Stroke Unit und eine Epilepsiestation mit Video-Monitoring. Wir haben einen großen sektorübergreifenden Funktionsbereich (EEG, EMG, Duplex…) und eine enge, fachübergreifende Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Abteilungen in unserem Hause, u.a. der Neuroradiologie mit 3 MRTs, 3 CTs, DSA und zahlreichen anspruchsvollen Interventionen, der Neurochirurgie, der Gefäßchirurgie….

2. Was ist das Besondere an der Weiterbildung in Ihrer Klinik?

Bei uns herrscht ein mitarbeiterfreundliches, kollegiales Klima, das die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter berücksichtigt. Die Ausbildung ist durch eine engmaschige Betreuung durch Oberärzte und Chefarzt geprägt, die sich als Mentoren der Assistenzärzte sehen. Niemand soll am Anfang der Ausbildung ins kalte Wasser geworfen werden, fragen ist erlaubt und erwünscht! Wir haben einen strukturierten Rotationsplan mit festen Rotationszeiten am 1. April und 1. Oktober. Es finden regelmäßige Mitarbeitergespräche mit Weiterbildungsziel-Vereinba-rungen, entsprechend dem jeweiligen Kenntnisstand und dem individuellen Können, statt. Uns ist wichtig, dass unsere Mitarbeiter bei uns – trotz der manchmal erheblichen Belastungen, die dieser Beruf mit sich bringt – eine berufliche Erfüllung finden. Nur dann können wir alle gute Arbeit leisten und durch kreative Ideen dazu beitragen, dass sich die Klinik weiterentwickelt.

3. Wie ist der Weiterbildungsplan genau aufgebaut?

In unserer Klinik wird die Tradition der aus England und den USA kommenden klassischen klinisch-neurologischen Ausbildung mit Bedside Teaching gepflegt. Der große Schwerpunkt wird auf eine gute Anamnese und den klinischen Befund gelegt, erst danach kommt die apparative Diagnostik. Auf diesem Prinzip basieren sowohl die Oberarzt- und Chefarztvisiten, die wir in erster Linie als Lehrvisiten verstehen, als auch die zweimal wöchentlich stattfindenden Mitarbeiter-Weiterbildungen. Wir besitzen die volle Weiterbildungsermächtigung für 4 Jahre Neurologie, und neben der Pflichtweiterbildung können sowohl die EMG-, EEG- und Duplex-Zertifikate der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie erworben als auch die Weiterbildung zum Notarzt gemacht werden. Unser Rotationsplan besteht aus Modulen von jeweils 6 Monaten. Wir beginnen mit der neurovaskulären Medizin (Stroke Unit und erweiterte Schlaganfallstation), es folgen 12 Monate allgemeine Neurologie, dann jeweils 6 Monate neurologische Ultraschalldiagnostik auf der Stroke Unit, neurologische Intensivmedizin, neurologische Sprechstunde im MVZ, EMG in Klinik und MVZ und 6 Monaten variabel, optional kann 1 Jahr auf unserer epileptologischen Spezialstation mit Epilepsie-Monitoring-Einheit absolviert werden. Mit Ausnahme der optionalen spezialisierten Epilepsie-Weiterbildung – die übrigens auch den Fachärzten offen steht – sollte alles in vier Jahren fertig werden.

Eine Besonderheit ist, dass wir unseren Assistenzärzten gewährleisten, dass sie sich ein Jahr lang ausschließlich auf die Funktionsdiagnostik konzentrieren können, sodass eine zeitnahe Erfüllung der Vorgaben der Weiterbildungsordnung möglich ist. Vor allem die Intensität der EMG-Weiterbildung wird auch durch die sektorübergreifende Weiterbildung in unserer integrierten Praxis ermöglicht. Passend zum jeweiligen Rotationsabschnitt wünschen wir uns die regelmäßige Teilnahme an externen Fortbildungen:(z.B. 1. Jahr: Stroke Summer School, 2. Jahr: Duplex-Kurse, 3. Jahr: intensivmedizinischer Kurs in Arnsberg, 4. Jahr: neurophysiologischer Kurs beim Richard-Jung-Kolleg…), die finanziell vom Haus unterstützt werden.

4. Wie sieht es mit der Integration von Familie und Beruf aus?

Der Kinderreichtum des überwiegenden Teils unserer ärztlichen Mitarbeiter zeigt, dass Familie und Beruf in unserer Abteilung durchaus vereinbar sind. Das Diakoniekrankenhaus bietet darüber hinaus Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder der Mitarbeiter an. Zusätzlich besteht bei Bedarf die Möglichkeit, soweit es die Gegebenheiten zulassen, Teilzeitstellen zu schaffen.

5. Was tue ich, wenn ich mir selbst ein Bild über die Klinik machen
möchte?

Interessenten können sich gern per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder per Telefon unter 04261-773201 an mich persönlich wenden, oder wir vermitteln den Kontakt zu einem unserer Ärzte in Weiterbildung. Bei Interesse organisieren wir gern eine Hospitation.

Vielen Dank für das Interview! 

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