Prof. Dr. Johannes Treib

Neurologie kompakt – mit einer Fortbildungsakademie an der Côte d’Azur

1. Herr Prof. Treib, wodurch zeichnet sich Ihre Klinik im Vergleich zu anderen aus?

Wir sind eine der größten Akutneurologien deutschlandweit mit 98 Akutbetten, einer überregionalen Stroke Unit mit mehr als 18 Betten und über 1500 Schlaganfallpatienten pro Jahr. Zusätzlich beherbergt unsere Klinik eine Neurogeriatrie – in Rheinland Pfalz die einzige! – eine Epileptologie mit Monitoringplätzen und schließlich befindet sich noch eine eigenständige neurologische Intensivstation im Aufbau.

Zu Impressionen der Sommerakademien 2012 (PDF)

Zu Impressionen für die Fortbildungsakademien ab 2013 (PDF)

Wir sind, wie schon anfangs erwähnt, Lehrkrankenhaus von zwei Universitäten: der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. Somit nimmt die Lehre auch für Studenten bei uns einen nicht unerheblichen Stellenwert ein.

Unser etabliertes Dienstmodell ist der Schichtdienst. Mit diesem können wir gewährleisten, dass jeder pro Woche, inklusive aller Dienste, 40 Stunden arbeitet. Dieses Modell hat seine Vorteile, aber auch ein paar Nachteile, worauf später noch näher eingegangen wird.

Eine weitere, in vielen Kliniken nicht übliche Besonderheit ist die Poolbeteiligung, d.h. eine weit über das Übliche hinausgehende Beteiligung der Mitarbeiter am Erlös des Chefarztes durch Privatpatienten (durchschnittlich 11 % zusätzliche Einkünfte für Assistenzärzte, ca. 14 % für Fachärzte)

Der Anteil an unbefristeten Verträgen unter den Mitarbeiter ist bei uns sehr hoch. Je nach Engagement bieten wir diesen schon nach dem ersten Weiterbildungsjahr an. Aktuell haben ca. ¾ unserer Mitarbeiter einen unbefristeten Vertrag.

2. Was ist das Besondere an der Weiterbildung in Ihrer Klinik?

Wir besitzen die volle Weiterbildungsermächtigung für Neurologie und Intensivmedizin, ein Jahr für die Weiterbildung im Bereich Schlafmedizin (das restliche halbe Jahr wird in der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde gewährleistet) und 6 Monate Weiterbildungsermächtigung im Bereich Geriatrie (volle Ermächtigung wird beantragt).

Wir haben mehrere Angebote etabliert, durch die wir versuchen, die Weiterbildung der Assistenzärzte und auch die Lehre der Studenten möglichst ergiebig zu gestalten. Ein Angebot, das speziell an Studenten kurz vor der 2. Ärztlichen Prüfung gerichtet ist, ist eine kompakte Examensvorbereitung mit einer Prüfungssimulation über zwei Tage. Dies soll die Studenten zum einen effektiv aufs Examen vorbereiten, zum anderen auch die Panik vor der Prüfung nehmen.

Unser Konzept, um gute Mitarbeiter früh zu finden und einzuarbeiten setzt schon im Studium an: Während Famulaturen und Praktischem Jahr halten wir Ausschau nach in das Team passenden, engagierten Studenten. Diesen bieten wir, im Gegenzug zu einer Verpflichtung, mindestens drei Jahre nach dem Examen in unserer Klinik zu arbeiten, ein Stipendium über 12.000 Euro an. Die Studenten bekommen dann neben einer Promotionsarbeit die Möglichkeit, auch während des Studiums schon an internen Fortbildungsveranstaltungen teilzunehmen, sie haben zu Beginn ihrer Tätigkeit bei uns bereits eine sehr gute Grundausbildung und kennen das Haus.
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Durch den Schichtdienst, der zwar große Flexibilität bezüglich der Arbeitszeiten und eine feste 40-Stunden-Woche inklusive aller Dienste ermöglicht, wird die Teamarbeit etwas vernachlässigt. Zusätzlich können die Mitarbeiter im Spät- bzw. Nachtdienst die Fortbildungsveranstaltungen nicht wahrnehmen. Deshalb bieten wir allen Assistenzärzten und höchstens zwei externen Bewerbern die Möglichkeit, an einer Fortbildungsakademie an der Côte d'Azur über sieben Tage teilzunehmen. Hier wird dann an 8 Stunden des Tages ein kompakter praxisorientierter Überblick über die Leitlinien gegeben. Dadurch sollen nicht nur Fortbildungsdefizite durch Nacht- und Spätdienst aufgeholt und ein gemeinsames Niveau geschaffen, sondern auch der Teamgeist gestärkt werden. Unsere Verwaltung war von diesem neuen Projekt direkt überzeugt und hat sich bereit erklärt, hierfür die Kosten zu übernehmen.

Neben der Arbeit bieten wir – vorrangig eigenen Assistenzärzten und Studenten, die großes Interesse an einer Tätigkeit bei uns haben – die Möglichkeit an, bei uns zu promovieren. Hierbei handelt es sich vor allem um statistische retrospektive Arbeiten mit Ziel, zeitnah die Arbeit fertig zu bringen. Zudem bieten  wir viele Weiterbildungsangebote auch überregional an, für deren Organisation und Koordination eine eigene Referentin in Ergänzung zur Chefarztsekretärin zuständig ist. Unsere Referentin betreut auch unsere Bewerber und unsere neuen Mitarbeiter.

3. Wie ist der Weiterbildungsplan genau aufgebaut?

Es gibt eine verbindliche Weiterbildungsrotation. Die Basis bildet hier der Schichtdienst auf der Stroke Unit, welcher halbjährlich mit den anderen Stationen wechselt. Ein Rotationsplan kann dann wie folgt aussehen: z.B. sechs Monate Stroke Unit, sechs Monate Normalstation, wieder sechs Monate Stroke Unit, sechs Monate Geriatrie, sechs Monate Stroke Unit, sechs Monate Elektrophysiologie, sechs Monate Stroke Unit, sechs Monate Epileptologie…
Jeder bekommt bei uns die Möglichkeit, seine Facharztprüfung in Mindestzeit zu absolvieren!
Die Intensivstation ist bis jetzt noch nicht fest in die Weiterbildung integriert, da diese große personelle Ressourcen bindet (z.B. mit doppelt besetztem Nachtdienst u.a.). Eine Einbindung ist jedoch in der Entwicklung.

Weiterbildungsrotation


Besonderheiten:

  • Examensvorbereitung
  • Studentenstipendium
  • Bezahlte Hospitation
  • Promotionsmöglichkeit
  • 7-tägige Fortbildungsakademie an der Côte d’Azur
  • Poolbeteiligung
  • Weiterbildung in Neurologie, Intensivmedizin, Schlafmedizin und Geriatrie möglich
  • Schichtdienst mit Möglichkeit der Teilzeitarbeit

4. Wie sieht es mit der Integration von Familie und Beruf aus?

Durch das Schichtsystem sind Teilzeitstellen nicht nur in den Sprechstunden, sondern auch in den Stationsalltag gut integrierbar. Schichten können individuell in Anzahl pro Woche gelegt werden. Eine Kinderbetreuung im Hause befindet sich im Aufbau.

5. Was tue ich, wenn ich mir selbst ein Bild über die Klinik machen
möchte?

Für eine unverbindliche und vertrauliche Anfrage können Sie sich gerne telefonisch oder per E-Mail bei Prof. Treib erkundigen (Tel.: 0631/203-1792,
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Voraussetzung für eine Tätigkeit bei uns ist zunächst eine aussagekräftige, ansprechende Bewerbung mit allen notwendigen Qualifikationen. Dann bekommt der Bewerber eine Einladung zum Bewerbungsgespräch. Sind die Voraussetzungen für eine Einstellung in unserer Klinik gegeben, laden wir den Bewerber optional zu einer 1-wöchigen bezahlten Hospitation ein. Passt der Bewerber gut in unser Team und bringt alle notwendigen Qualifikationen und das geforderte Engagement mit, nehmen wir ihn gerne in unser Team auf. Er bekommt dann in der Regel einen Facharztvertrag inkl. Psychiatrischer Weiterbildungszeit (5 Jahre).

Vielen Dank für das Interview!

Kennt ihr auch eine neurologische Klinik, die sich auf außergewöhnliche Weise für die Weiterbildung ihrer Ärzte einsetzt und/oder besonders gute, kreative und innovative Ideen für Weiterbildungskonzepte hat?
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